Equal Pay Day: Schließen der Einkommenslücke geht zu langsam voran

Langjährige Forderungen der VP Frauen werden im Regierungsprogramm berücksichtigt. Beim automatischen Pensionssplitting besteht aber noch Aufholbedarf.

„Das Schließen der Einkommenslücke ist in den vergangenen Jahren leider nur sehr langsam vorangegangen – Österreich zählt im Vergleich zu den anderen EU-Mitgliedstaaten nach wie vor zu jenen Ländern mit den größten geschlechtsspezifischen Einkommensunterschieden. Umso erfreulicher ist es, dass das neue Regierungsprogramm zahlreiche Verbesserungen für Frauen enthält“ so VP Frauen-Landesleiterin Martina Rüscher.

Bundesweit einheitlicher Einkommensbericht

Insbesondere wird das Vorhaben begrüßt, einen bundesweit einheitlichen Einkommensbericht zu schaffen. „Bisher hatten wir das Problem, dass die Höhe des geschlechtsspezifischen Einkommensunterschieds je nach verwendeter Messmethode, Datenlage und Modell variiert hat. Dadurch war es sehr schwierig, die gesetzten Maßnahmen auf ihre tatsächliche Wirkung hin zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Dieses Problem wird jetzt endlich gelöst“, so Rüscher.

Abschaffung von Diskriminierungen in allen Kollektivverträgen

Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Beseitigung von Einkommensunterschieden ist die geplante Abschaffung von Diskriminierungen in allen Kollektivverträgen. „Wir VP Frauen fordern seit Jahren, dass die Karenzzeiten bei den Gehaltsvorrückungen besser berücksichtigt werden. Frauen darf kein finanzieller Nachteil daraus entstehen, wenn sie sich dafür entscheiden, Kinder zu haben. Nicht während ihrer Erwerbstätigkeit und auch nicht in der Pension“, so die VP Frauen-Landesleiterin weiter. „Daher streben wir weiterhin an, dass vier Jahre pro Kind für die Pension angerechnet werden, und zwar unabhängig vom Abstand der Geburten.

Automatisches Pensionssplitting

Weiterhin werden sich die VP Frauen für ein automatisches Pensionssplitting einsetzen. Für einen im Vorarlberger Landtag eingebrachten Antrag der Volkspartei konnte bislang keine Mehrheit gefunden werden. „Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat klar gezeigt, dass sich trotz verstärkter Aufklärung über das freiwillige Pensionssplitting nur sehr wenige Paare dafür entscheiden. Gerade in Anbetracht der vielen Scheidungen wäre ein verpflichtender gemeinsamer Pensionsanspruch ein wichtiger Schritt, um einen notwendigen Ausgleich zwischen den oft unterschiedlichen Pensionen der PartnerInnen zu schaffen.“, so Rüscher abschließend.


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