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Betretungsverbote mit Sozialarbeit verknüpfen

Gewalttäter müssen unmittelbar betreut werden

Die aktuelle Diskussion um Gewalt gegen Frauen ist für Landtagsvizepräsidentin Martina Rüscher der Anlass eine verstärkte Täterbetreuung zu fordern: „Es ist zum Schutz der Opfer wichtig, dass bei der Verhängung von Betretungsverboten Gewalttäter aufgefordert werden, eine professionelle Begleitung in Anspruch zu nehmen. Eine solche Begleitung würde das Risiko, dass der Gewalttäter auch während der Zeit des Betretungsverbotes versucht, mit dem Opfer in Kontakt zu treten, deutlich reduzieren.“

Deeskalation hat Priorität

Rüscher erinnert daran, dass Täter gerade in solch akuten Krisensituationen emotional überreagieren können. „Es braucht Schritte der Deeskalation, Stressbewältigung und Stabilisierung, aber auch der Grenzsetzung sowie erste Impulse zur Einstellungs- und Verhaltensänderung. Wichtig ist ebenso die Stabilisierung des familiären Umfelds, etwa in der Entwicklung eines Plans zur Aufrechterhaltung eines sicheren Kontakts zu Kindern“, erläutert die VP-Frauensprecherin Kernaufgaben einer solchen Interventionsstelle. „Die Institution Neustart hat in diesem Bereich bereits umfassende Konzepte ausgearbeitet. Diese wären eine gute Vorlage, um ein Angebot zu entwickeln.“

Angebot müsste in Vorarlberg erst geschaffen werden

„Voraussetzung dafür“, so Rüscher weiter, „ist ein flächendeckendes Angebot im ganzen Land, das sehr zeitnah auf ein Betretungsverbot reagieren kann. Es braucht auch eine enge organisatorische Abstimmung zwischen Polizei, Opferschutz und Täterbetreuung“, erläutert die Landtagsvizepräsidentin wesentliche Eckpunkte.

Die soziale Arbeit mit Gefährdern hilft, das Risiko zu verringern, dass Täter unbedacht und neuerlich destruktiv in Krisensituationen reagieren. „Fachleute sagen uns, dass der wirksamste Schutz vor Gewalt beziehungsweise erneutem Ausüben von Gewalt vor allem in einer persönlichen Konfrontation des Gefährders mit seinem Verhalten liegt. Dadurch werden einerseits Möglichkeiten zur Veränderung seiner Gewalt- und Konfliktmuster eröffnet, andererseits werden dem Gefährder Hilfestellungen bei der Verhaltensänderung angeboten“, so Rüscher abschließend.


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