Projekt „Stärkung der Gesundheitskompetenz“ in Bezug auf Kinderimpfungen vorgestellt

Ein neues Projekt zur Stärkung der Gesundheitskompetenz soll gute Impfinformationen zur besseren Entscheidung gerade für Eltern bieten. Damit soll der steigenden Impfskepsis entgegengetreten werden, betonte Gesundheitslandesrat Christian Bernhard bei der heutigen (Freitag) Vorstellung im Landhaus: „Wir wollen überzeugen, nicht überreden.“

Es ist nicht immer einfach, sich für oder gegen eine Impfung zu entscheiden, besonders dann, wenn es um unsere Kleinsten geht. Viele Eltern vertrauen bei den vier Kleinkinderimpfungen einfach auf den nationalen Impfplan. Andere wollen sich lieber ganz genau informieren. Dann wird es schnell schwierig und emotional: Denn oft widersprechen sich die Informationen zum Thema Impfen. Kein Wunder also, dass Eltern, die mehr wissen wollen, eher verunsichert sind, so die Studienlage.

Einzigartiges Modellprojekt

In Vorarlberg entwickelt die aks gesundheit gemeinsam mit Eltern und namhaften Universitäten gut verständliche, unabhängige und qualitätsgesicherte Impfentscheidungshilfen – Landesrat Bernhard: „Es ist wichtig, dass auf die Ängste und Sorgen der Menschen in Bezug auf Impfungen eingegangen wird. Ich setze dabei auf fundierte, gute Aufklärung. Genau hier setzt das Projekt an.“ In den kommenden drei Jahren werden gemeinsam mit Müttern, Vätern und renommierten Universitäten interessensunabhängige Entscheidungshilfen entwickelt. „Das wissenschaftliche Interesse am Projekt ist groß, da es den vielversprechenden Ansatz verfolgt, Eltern in ihrer individuellen Entscheidung ernst zu nehmen und zu unterstützen“, so Kristin Ganahl, wissenschaftliche Leiterin des aks, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Marlene Brettenhofer das Konzept entwickelt hat.

Infektionskrankheiten auf dem Vormarsch

Infektionskrankheiten wie Masern, Keuchhusten oder Diphtherie, die häufig als Kinderkrankheiten verharmlost würden, seien auch in Österreich wieder auf dem Vormarsch, betonte Landesanitätsdirektor Wolfgang Grabher: „Generell wird das Impfprogramm in Vorarlberg gut angenommen. Die Durchimpfungsraten sind immer noch recht gut, wobei sich zeigt, dass Zweit- und Wiederholungsimpfungen deutlich schlechter angenommen werden. Um Masernkleinepidemien, wie wir sie derzeit in ganz Österreich haben, zu verhindern, müssten über 95 Prozent aller Menschen gegen Masern geimpft sein. Davon sind wir weit entfernt.“ Österreichweit liegt die Durchimpfungsrate bei der 1. Teilimpfung bei 95 Prozent (das entspricht der Zielvorgabe), bei der 2. Teilimpfung aber nur noch bei 81 Prozent.
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