Equal Pension Day: Wir brauchen weitere Maßnahmen zur Verringerung der Pensionsschere

Mehr Aufklärung über Teilzeitarbeit, automatisches Pensionssplitting sowie mehr Unterstützung für pflegende Angehörige dringend notwendig

Frauen sind fast doppelt so häufig von Altersarmut betroffen wie Männer. Die Ursachen für diese Schlechterstellung von Frauen sind vielfältig, daher brauchen wir auch vielfältige Lösungsansätze“, so die Landesleiterin der Frauenbewegung, Martina Rüscher anlässlich des Equal Pension Day, der in diesem Jahr auf den 29. Juli fällt.  Mit der Verankerung der Anrechnung von 24 Monaten Karenzzeit in allen Kollektivverträgen und der Anrechnung von bis zu fünf Jahren Kindererziehungszeiten für die Mindestpension wurden langjährige Forderungen der ÖVP-Frauen bereits umgesetzt. Damit sei man bereits entscheidende Schritte in die richtige Richtung gegangen, aber es gebe auch noch einiges zu tun. Martina Rüscher: „Fast 80 Prozent der Teilzeitstellen werden von Frauen ausgeübt, das hat nicht nur Auswirkungen auf ihr Erwerbseinkommen, sondern vor allem auch auf ihre Pension. Aus der Einkommensschere mit 20 Prozent wird die Pensionsschere mit über 40 Prozent. Daher brauchen wir mehr Aufklärung über die Folgen von Teilzeitarbeit sowie mehr Bewusstsein für eine partnerschaftliche Aufteilung bei der Kinderziehung, denn hier sind Mütter und Väter gleichermaßen gefordert.“

Dringenden Handlungsbedarf sieht Rüscher beim Pensionssplitting, das seit seiner Einführung im Jahr 2005 weniger als 1500 Mal beantragt wurde. „Wir fordern, dass aus dem freiwilligen ein automatisches Pensionssplitting wird. Denn es ist nur fair, wenn jenem Elternteil, der sich nach der Geburt eines Kindes hauptsächlich der Betreuung widmet, diese Zeit entsprechend angerechnet wird.“ Beim automatischen Pensionssplitting würden nach der Geburt eines Kindes die Pensionsversicherungsbeiträge antragslos auf beide Elternteile aufgeteilt. Das Pensionssplitting wäre dann der Regelfall und es gäbe eine Opt-Out Möglichkeit. Derzeit können die Pensionsversicherungsbeiträge freiwillig bis zum siebten Lebensjahr des Kindes geteilt werden. „Wir setzen uns zudem für eine Ausdehnung bis zum zehnten Lebensjahr ein, um die Gehaltseinbußen durch Teilzeitarbeit besser auszugleichen. Frauen darf kein finanzieller Nachteil daraus entstehen, wenn sie sich dazu entscheiden, Kinder zu haben - nicht während ihrer Erwerbstätigkeit und auch nicht in der Pension“, so Martina Rüscher.

Im Bereich der Angehörigenpflege engagiert sich Rüscher gemeinsam mit der Bundesleiterin der ÖVP-Frauen, Juliane Bogner-Strauß für mehr Unterstützung für die Pflegenden. „Frauen leisten den Großteil der Pflegearbeit von Angehörigen, die zuhause betreut werden. Dadurch können sie oftmals keiner Vollzeitbeschäftigung nachgehen und haben Einbußen beim Gehalt. Wir wollen, dass die Pflegenden für ihre Arbeit entsprechend wertgeschätzt und finanzielle Anreize für die Pflege daheim geschaffen werden. Zusätzlich sollen pflegende Angehörige betreffend der Weiter- bzw. Selbstversicherung in der Pensionsversicherung besser informiert werden“, betonen beide übereinstimmend.


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