Zoll | Die Vision einer Europäischen Universität für Digitalisierung

Gemeinsame Pressekonferenz: Vorarlberger Bildungs- und Wissenschaftslandesrätin Barbara Schöbi-Fink und Christian Zoll, Vorarlberger und JVP-Spitzenkandidat für die EU-Wahl und Vizepräsident der Jungen Europäischen Volkspartei, teilen ihre Gedanken zu Uni-Standort, Finanzierung, Nutzen für die Region Vorarlberg und weiteren Details.

„Mit den laufenden Investitionen in Digitalisierung, Digital Campus Vorarlberg oder Digital Factory der FHV zeigt  Vorarlberg weiterhin, dass es sich hierbei längst um ein aktuelles und kein Zukunftsthema mehr handelt“, nimmt Christian Zoll Bezug auf die Digitale Agenda der Vorarlberger Landesregierung. Am vergangenen Samstag hat die Junge Österreichische Volkspartei am Council in Prag bei der Jungen Europäischen Volkspartei einen Entschließungsantrag eingebracht, welcher der Vision einer Europäischen Universität mit Schwerpunkt Digitalisierung den Weg ebnen soll. „Diese Europäische Universität für Digitalisierung soll der Motor sein, der Europa im Rennen um zukunftsweisende Technologien und Fachkräfte an der Weltspitze hält. Angedacht ist dafür der Standort Straßburg, wo durch eine Reduzierung auf nur einen Parlamentssitz der EU – und zwar jenen in Brüssel – sowohl finanzielle als auch infrastrukturelle Ressourcen anderweitig verwendet werden könnten. Somit werden Einsparungen im Verwaltungsapparat direkt in die Bildung investiert.“ 

Ergänzung für den Bildungsstandort Vorarlberg 

Bildungs- und Wissenschaftslandesrätin Barbara Schöbi-Fink begrüßt diese Initiative der Jungen Europäischen Volkspartei und verweist auf Kooperationsmöglichkeiten bei Forschung, Entwicklung sowie Aus- und Weiterbildung im digitalen Bereich. „Vorarlberg ist in Sachen Digitalisierung auf einem hervorragenden Weg, den wir aber auch konsequent weiter verfolgen müssen. Eine Universität mit diesem Schwerpunkt in nur 250 Kilometer Entfernung wäre eine tolle Ergänzung zum Bildungsstandort Vorarlberg. So eröffnen sich Möglichkeiten für Kooperationen, wie sie das WIFI, Bildungspartner des Digital Campus Vorarlberg, beispielsweise heute schon mit Universitäten in Wien und Klagenfurt pflegt. Auch das BFI der Arbeiterkammer Vorarlberg, das im Bereich EU-Projekte nationale und internationale Projekte zu unterschiedlichsten Bildungsthemen umsetzt, würde davon profitieren. Da es im Ländle zahlreiche Unternehmen gibt, die weltweit zu den Besten im digitalen Bereich zählen, werden wir hier auch zukünftig top ausgebildete Fachkräfte benötigen. Die angedachte Universität in Straßburg würde dazu beitragen, dass dieser Bedarf auch in Vorarlberg noch besser gedeckt werden kann.“

Einsparen und sinnvoll reinvestieren

Zu den Schwerpunktthemen von EU-Kandidat Christian Zoll gehören sowohl die Digitalisierung als auch die Forderung nach strukturellen Verbesserungen, wie etwa die Reduzierung auf nur einen Amtssitz des Europäischen Parlaments. „Mit der Europäischen Universität schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir gehen mit finanziellen wie infrastrukturellen Ressourcen nachhaltiger um und können diese Einsparungen direkt am Standort Straßburg sinnvoll und mit Weitblick reinvestieren.“ Durch die Aufgabe seines „Zweitwohnsitzes“ würde das Europäische Parlament laut Befürwortern dieser Maßnahme rund 180 Millionen Euro jährlich einsparen[1]. Im Vergleich dazu bildet die Technische Universität Wien mit einem Jahresbudget von rund 200 Millionen Euro fast 30.000 Studierende aus, rechnet Christian Zoll vor.

„Silicon Valley“ Europas

Die Vision von der Europäischen Universität mit digitalem Schwerpunkt beinhaltet auch die Entstehung einer Art „Silicon Valley“ Europas, einer Ideen- und Fachkräfteschmiede für europäische Unternehmen. Durch die geografische Nähe zu Vorarlberg und die in der Bodenseeregion ansässigen Betriebe, von denen viele in ihren Spezialgebieten zu den Weltmarktführern gehören, werde auch das Ländle stark von einer solchen Entwicklung profitieren.

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