Senkung der Fallzahlen als gemeinsames Ziel

Die Folgen der Einstufung als Risikogebiet durch Deutschland bildeten den Schwerpunkt der heutigen (Donnerstag) Gesprächsrunden der Landesregierung mit Vertretern aus Wirtschaft, Tourismus, Gastronomie und Veranstaltungsbranche. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Fallzahlen möglichst schnell und nachhaltig zu senken“, betonte dabei Landeshauptmann Markus Wallner: „Dabei sind wir alle angehalten, unseren Beitrag dazu zu leisten, um die Rücknahme der Einstufung als Risikogebiet zu erreichen. Konkret geht es um die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, den Mund-Nasen-Schutz, die Verringerung der sozialen Kontakte und die Sperrstunde um 22.00 Uhr“. Zusätzliche Unterstützung wird es für die Veranstaltungsbranche geben.

Die Einstufung Vorarlbergs als Risikogebiet durch Deutschland und Belgien treffen die Destination Vorarlberg hart, denn derzeit sind rund 12.000 deutsche Gäste im Land. Die Sperrstunde um 22.00 Uhr erschwert die Situation von Gastronomie und Beherbergungsbetrieben mit gastronomischen Einrichtungen zusätzlich, auch bei der Bewirtung von heimischen Besucher:innen, lautete der Tenor der Vertreter aus Wirtschaft und Gastronomie. Gerade in dieser schwierigen Zeit möchten die Betriebe und die Landesregierung aber einen engen Zusammenhalt leben, so Landesrat Christian Gantner, „denn das gemeinsame Ziel ist die rasche Senkung der Fallzahlen, damit Vorarlberg möglichst schnell wieder von der Roten Liste gestrichen werden kann“. Dazu leistet auch die Gastronomie- und Tourismusbranche ihren Beitrag und setzt sich für eine disziplinierte Einhaltung der nun notwendigen Beschränkungen ein. „Es wird aber letztlich ein Bewusstsein und eine Disziplin jedes Einzelnen in unserer Gesellschaft benötigen, um die aktuellen Verschärfungen möglichst rasch überwinden zu können“, betonte der Landeshauptmann. Die Einhaltung der Sperrstunde werde weiterhin verstärkt kontrolliert, kündigte Gantner an.

Viele Tourist:innen aus Deutschland seien derzeit in Abreise begriffen, informierte Vorarlberg-Tourismus-Chef Christian Schützinger. Gantner verwies in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit der kostenlosen Testung an der Grenze in Deutschland bei Lindau.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Beim Gespräch mit Vertretern der heimischen Wirtschaft wurde als besonders wichtig erachtet, dass von den Nachbarländern nicht wieder Grenzkontrollen eingeführt werden. „Störungen im grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsverkehr und Staus wegen deutscher Grenzkontrollen, wie wir sie im Frühjahr hatten, sollten von allen Verantwortlichen umsichtig vermieden werden. Hier gilt es das gemeinsame Bekenntnis der grenzüberschreitenden Bodenseeregion hochzuhalten“, so Wirtschaftslandesrat Tittler. Auch im Gespräch mit Gewerbe und Industrie herrschte Übereinstimmung, dass die rasche Senkung der Fallzahlen vorrangiges Ziel ist. Dazu leisten auch die Gewerbe- und Industriebetriebe mit noch zusätzlichen Sensibilisierungen bei ihren Mitarbeitenden einen Beitrag.

Zusätzliche Unterstützung für Veranstaltungsbranche und (Nacht-)Gastronomie

Die Nachtgastronomie, Event- und Veranstaltungsbranche und das damit zusammenhängende Gewerbe wie Veranstaltungstechniker, Dekorateure u.v.m. sind besonders hart von der COVID-19-Pandemie betroffen. Daher wurde vereinbart, dass die Landesregierung und die Branche der Wirtschaftskammer gemeinsam eine zusätzliche Unterstützung ausarbeiten. „Die Gespräche dazu sollen nächste Woche beginnen“, kündigte Landesrat Gantner an. Die Förderung des Landes soll aufbauend und in Ergänzung zum noch ausstehenden, aber angekündigten Rettungsschirm des Bundes für die Veranstaltungsbranche konzipiert werden, d.h. es soll berücksichtigt werden, wo die Bundesförderung nicht greift und weiterer Unterstützungsbedarf besteht.

Die Sperrstunde um 22.00 Uhr für die gesamte Gastronomie muss für die nächsten drei Wochen bestehen bleiben, um die Zahl der Neuinfektionen drastisch zu reduzieren. Die Sperrstunde wird auch für Vereins- und Klubräumlichkeiten mit Bewirtung gelten, wie Landesrätin Martina Rüscher informierte.

In einer weiteren Gesprächsrunde informierte Landeshauptmann Wallner die Klubobleute der Landtagsfraktionen über den aktuellen Stand der Entwicklungen in Sachen Corona, Fallzahlen und Einstufung als Risikogebiet.


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