Prekäre Lebensverhältnisse von Vorarlberger Künstlerinnen und Künstlern

ÖVP und GRÜNE bringen einen Antrag zu den prekären Lebensverhältnissen von Vorarlberger Künstlerinnen und Künstlern ein: Die Kultursprecher der Koalitionsparteien Christoph Thoma und Bernhard Weber wollen gegen soziale Benachteiligung und Armutsgefährdung von (freischaffenden) Künstlerinnen und Künstlern vorgehen.
 
In kaum einem Berufssektor sind prekäre Arbeitsverhältnisse so weit verbreitet, wie im Kunst- und Kulturbereich. „Gesellschaft braucht kritische Auseinandersetzung mit Geschichte, Gegenwart und Zukunft, was insbesondere durch künstlerisches Agieren gewährleistet wird“, so VP-Kultursprecher Christoph Thoma, der sich als erfahrener Kulturmanager und ehemaliger Kulturstadtrat von Bludenz seit vielen Jahren mit prekären Lebensverhältnissen von Kulturschaffenden auseinandersetzt, und ergänzt, dass „wir die Lebenssituation von freischaffenden, professionellen Künstlerinnen, Künstlern und Kulturschaffenden verbessern müssen, es braucht einen Dialog mit den betroffenen Akteuren, den Interessensverbänden und der Politik, in dem definiert wird, wie Künstlerinnen und Künstler in Vorarlberg, die überwiegend von einer künstlerischen Tätigkeit leben, grundsätzlich abgesichert sein sollten“.
 
„Schon vor der Corona-Krise lebten freie Künstlerinnen und Künstler oft unter prekären Bedingungen.  Fehlende Kollektivverträge und Mindestlöhne, Lücken zwischen einzelnen Beschäftigungsverhältnissen, Probleme beim Wechsel zwischen Sozialversicherungen, Wartezeiten und Nachzahlungen drängen freischaffende Künstlerinnen und Künstler vielfach in prekäre Lebensverhältnisse", fasst Bernie Weber, Grüner Kultursprecher, einige der Gründe für die Armutsgefährdung freischaffender Künstler*innen zusammen.  
 
Für beide Kultursprecher ist klar, dass strukturelle Veränderungen Teil der Überlegungen sein müssen, um die Arbeits- und Lebenssituation von freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern nachhaltig zu verbessern und ein vielfältiges und lebendiges Kulturangebot in Vorarlberg zu garantieren.
 
Deshalb sollen im Rahmen einer Studie die wichtigsten Daten erhoben werden, die ein Bild über prekäre Lebensverhältnisse von Künstler*innen in Vorarlberg zeichnen. Sie soll auch einen vergleichenden Blick nach Deutschland und in die Schweiz beinhalten, wo die freischaffende Kunst- und Kulturszene ähnliche Arbeits- und Lebensrealitäten vorfindet. Dabei gilt es, auch folgende Fragen zu beantworten:
 
a)    Wer gilt als kunst- und kulturschaffend?
b)    Welche Kriterien bestimmen die Professionalität der Tätigkeit?
c)     Welche steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Kriterien liegen vor? Wie schauen die pensionsbezogenen Rahmenbedingungen aus?
d)    Welche Kriterien werden zur Kunst- und Kulturförderung von Seiten des Landes definiert?
 
Die daraus gewonnenen Erkenntnisse ergeben die Möglichkeit, um über strategische Maßnahmen und allfällige Förderprogramme im Landeskulturbeirat zu diskutieren und entsprechende Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten, welche in einem Beteiligungsverfahren mit den genannten Akteur*innen und Verbänden entwickelt werden. Christoph Thoma und Bernhard Weber ergänzen, dass es „Ziel des Antrages ist, auf Basis einer fundierten Datengrundlage Verbesserungsvorschläge für die Lebenssituation von freischaffenden, professionellen Künstlerinnen, Künstlern und Kulturschaffenden, die überwiegend von einer künstlerischen Tätigkeit leben, zu erarbeiten“.
 
Zudem soll die Bundesregierung aufgefordert werden, dass die soziale Absicherung von Künstler*innen verbessert wird.

Foto: (c) mauche.eu


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