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Gleichberechtigung gilt auch für die Pension

Veröffentlichunsdatum
7 August, 2026
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Equal Pension Day zeigt Handlungsbedarf – Berchtold ruft Frauen zu aktiver Pensionsvorsorge auf

Der Equal Pension Day am 9. August macht sichtbar, was viele Frauen spätestens im Alter am Konto spüren: Ihre Pensionen sind im Schnitt deutlich niedriger als jene der Männer. „Finanzielle Unabhängigkeit muss auch in der Pension sichergestellt sein. Frauen leisten in Familien, Betrieben und Gemeinden enorm viel. Diese Leistung sollte sich auch in einer eigenständigen und sicheren Pension widerspiegeln“, betont VP-Frauensprecherin Julia Berchtold.

Teilzeit, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und Erwerbsunterbrechungen wirken sich über viele Jahre auf das Pensionskonto aus. „Viele dieser Entscheidungen haben später konkrete Folgen: Wie lange arbeite ich Teilzeit? Wie teilen wir Karenz und Betreuung auf? Was bedeutet eine Pflegephase für meine Pension? Genau hier brauchen Frauen klare Informationen, gute Beratung und das Bewusstsein, dass Vorsorge früh beginnt“, so Berchtold.

Ein wichtiger Hebel ist das freiwillige Pensionssplitting. Damit können Eltern Pensionsgutschriften für Zeiten der Kindererziehung gerechter aufteilen. „Wenn ein Elternteil beruflich kürzertritt, damit Familie funktioniert, darf das nicht einseitig zu einer niedrigeren Pension führen. Das freiwillige Pensionssplitting ist eine konkrete Möglichkeit, Verantwortung innerhalb der Familie fairer zu verteilen“, erklärt Berchtold. Sie spricht sich weiterhin dafür aus, dieses Instrument bekannter zu machen und die Debatte über ein automatisches verpflichtendes Pensionssplitting ernsthaft weiterzuführen.

Berchtold ruft Frauen dazu auf, das eigene Pensionskonto regelmäßig zu prüfen und sich aktiv zu informieren. „Der erste Schritt ist der Blick ins eigene Pensionskonto. Wer die eigene Pensionslücke kennt, kann rechtzeitig handeln: durch Beratung, durch partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit, durch freiwilliges Pensionssplitting oder durch bewusste Entscheidungen beim Wiedereinstieg“, so die VP-Frauensprecherin.

Auch die ab 2027 vorgesehene Aktivpension kann für Frauen eine zusätzliche Chance sein. Das Modell soll Menschen entlasten, die nach Erreichen des Regelpensionsalters freiwillig weiterarbeiten oder den Pensionsantritt aufschieben. Vorgesehen sind unter anderem ein steuerlicher Freibetrag von bis zu 15.000 Euro pro Jahr und der Entfall des Dienstnehmerbeitrags zur Pensionsversicherung. „Viele Frauen wollen und können ihre Erfahrung länger einbringen – in Betrieben, im Sozialbereich, in Gemeinden oder als Selbstständige. Wer freiwillig weiterarbeitet, soll am Ende auch spürbar mehr davon haben. Die Aktivpension setzt hier ein richtiges Signal: Leistung wird anerkannt, Erfahrung bleibt im Arbeitsmarkt und zusätzliche Arbeit zahlt sich besser aus“, betont Berchtold.

Für Berchtold ist klar: „Pensionsgerechtigkeit entsteht nicht durch einen einzigen Schritt. Sie braucht faire Chancen am Arbeitsmarkt, leistbare Kinderbetreuung, partnerschaftliche Familienmodelle, bessere Information und eine Politik, die Leistung und Verantwortung anerkennt. Unser Ziel ist, dass Frauen in Vorarlberg ihr Leben selbstbestimmt gestalten können – im Erwerbsleben und in der Pension.“

Vorarlberg geht vor.