Impfen ist der neue Applaus

Impfen und Testen müssen weiter mit aller Macht forciert werden, um die Infektionswelle zu brechen und den Lockdown wie vorgesehen am 12. Dezember wieder beenden zu können, betonten Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher im Pressefoyer am Dienstag, 23. November. „Impfen ist der neue Applaus“, lautet ihr Appell angesichts der hohen Belastung der Krankenhäuser durch die zunehmende Zahl an Covid-PatientInnen. Die Impf- und Testangebote in Vorarlberg wurden und werden weiter intensiviert. Die Vorbereitungen laufen, um in Kürze auch fünf- bis elfjährige Kinder impfen zu können. Wichtig ist daneben aus Sicht der Landesregierung, dass auch in der Phase des Lockdown die Schulen offen bleiben und Präsenzunterricht anbieten.

Auch Vorarlberg ist der Empfehlung der Fachleute gefolgt, mit einem Lockdown die Kontaktzahlen zu reduzieren und damit auch die Infektionszahlen zu reduzieren. Da nun klar ist, dass der Impfschutz weniger lang anhält als erwartet, ist es zudem wichtig, dass die Impfung umgehend aufgefrischt wird. „Ab vier Monaten ab der 2. Dosis ist diese Auffrischung nun für alle möglich, ab sechs Monaten wird sie dringend empfohlen“, erläuterte Landesrätin Rüscher und verwies auf die Bilanz der Vorarlberger Impftage von 11. bis 21. November. Die in diesem Zeitraum angebotenen 50.000 Impfungen sind praktisch zur Gänze in Anspruch genommen worden, in Summe wurden 49.951 Impfdosen verabreicht. Einen spürbaren Schub gab es vor allem bei den Auffrischungen, die fast drei Viertel der Impfungen ausmachten. Die Durchimpfungsrate konnte im Zuge der zehntägigen Impfoffensive um 0,6 Prozent gesteigert werden.

Künftig wird in den Impfkojen der Einkaufszentren Messepark Dornbirn, Interspar Feldkirch-Altenstadt, Zimbapark Bürs und Kaufhaus der Wälder in Egg an allen Geschäftstagen (montags bis samstags), beginnend am Donnerstag, 25. November, jeweils von 9:00 bis 18:00 Uhr geimpft.

Die vorliegenden Impfdaten zeigen nach wie vor ganz deutlich, dass vor allem bei den jüngeren Altersgruppen die Durchimpfungsrate noch deutlich erhöht werden muss, betonte Sanitätsdirektor Wolfgang Grabher. So hat die Inzidenz bei den Sechs- bis 14-Jährigen schon die 3.000-er Marke überstiegen, in der bereits zu 90 Prozent vollimmunisierten Gruppe der über 75-Jährigen beträgt sie 643.

Deshalb laufen die Vorbereitungen für die Impfung der fünf- bis elfjährigen Kinder, die mit der in Kürze erwarteten Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA – European Medicines Agency) bereits am kommenden Wochenende an zwei Standorten gestartet werden kann.

Auch die Testkapazitäten sind angesichts steigender Nachfrage stark ausgebaut worden. Sechs der sieben Landesteststationen (Bregenz, Feldkirch, Hohenems, Nüziders, Bezau, Schruns) sind an allen sieben Wochentagen von 8:00 bis 20:00 Uhr geöffnet. Dazu kommen neue Antigen-Testmöglichkeiten in Bregenz, Wolfurt und Frastanz.

Regelmäßiges Testen ist zusammen mit weiteren Maßnahmen auch eine entscheidende Grundlage, um an den Schulen die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zu bewahren. „Dass für Kinder und Jugendliche auch in dieser herausfordernden Zeit der Schulbesuch mit Präsenzunterricht möglich bleibt, ist wichtig, damit die Pandemie nicht erneut zu Bildungsverlusten und psychischen Belastungen führt“, sagte Landesstatthalterin Schöbi-Fink. Letzte Woche waren an den Vorarlberger Schulen 0,4 Prozent der durchgeführten Antigentests und PCR-Spültests positiv. Von den gestern (Montag) durchgeführten rund 36.000 PCR-Spültestungen war in 116 Fällen das Ergebnis positiv. Derzeit befinden sich 1.632 erkrankte SchülerInnen in Absonderung, dazu 171 Verdachtsfälle. 1.637 SchülerInnen gelten als Kontaktperson K1, weitere 38 K2. Auch 38 Lehrpersonen sind K1. Von den unter sechsjährigen Kindern sind derzeit 207 Erkrankte, 39 Verdachtsfälle und 1.378 Kontaktpersonen.

Die Anwesenheit am ersten Schultag im Lockdown differierte je nach Betroffenheit eines Standortes mit Corona-Fällen zwischen 50 und fast 100 Prozent. Wenn Eltern unter den gegebenen Umständen ihre Kinder zu Hause lassen möchten, können sie das mit einer einfachen Entschuldigung an die Schule kommunizieren. In diesem Fall findet jedoch kein Distance Learning statt. Die Schülerinnen und Schüler können sich über den Unterrichtsstoff informieren und unter https://eduthek.at vorbereitete Lernpakete herunterladen.

„Die Schule hat auch eine wichtige Funktion als Teststation und ist zusammen mit der Maskenpflicht im Unterricht ein sicherer und kontrollierter Ort“, betonte Schöbi-Fink.

KHBG-Direktor Gerald Fleisch schilderte die schwierige Lage der Vorarlberger Krankenhäusern und die enorme Belastung für das dortige Personal. Derzeit sind 115 Betten mit Covid-19-PatientInnen belegt, davon 22 auf den Intensivstationen. Das dynamische Infektionsgeschehen lässt einen weiteren Anstieg der Zahlen erwarten. Die Spitäler sehen sich daher gezwungen, den Regelbetrieb einzuschränken und sich verstärkt auf Notfallmedizin und die Versorgung von Covid-19-Erkrankten zu konzentrieren. Außerdem gilt ab sofort ein Besuchsverbot. Nur PatientInnen, die länger als eine Woche im Spital bleiben, dürfen eine Person pro Woche zu Besuch haben. Dabei gilt die 2Gplus-Regel (Geimpft + PCR-Test. Oder: Genesen + PCR-Test. Der PCR-Test darf nicht älter als 72 Stunden sein). Auch Fleisch appellierte eindringlich an die Bevölkerung: „Vorarlbergs Spitäler werden weiterhin mit vollem Einsatz für alle PatientInnen da sein. Aber wir brauchen eine hohe Durchimpfung, um endlich die Pandemie zu überwinden.“

Foto: Vorarlberger Volkspartei


© 2021 Vorarlberger Volkspartei