Perspektiven schaffen für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt

Perspektiven schaffen für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt

Von derzeit rund 9.900 arbeitslos gemeldeten Personen in Vorarlberg sind ca. 1.500 schon über ein Jahr auf Jobsuche und gelten somit als langzeitbeschäftigungslos. Der Anteil ist innerhalb der letzten zwölf Monate um gut 500 Personen gesunken und er kann und soll aufgrund der Dynamik der Vorarlberger Wirtschaft noch weiter gesenkt werden, informierten Landeshauptmann Markus Wallner, Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter im Pressefoyer am Dienstag, 23. Mai. Für entsprechende Förderprogramme stehen in Summe mehr als 14 Millionen Euro zur Verfügung. „Es gilt alles zu unternehmen, damit sich Langzeitarbeitslosigkeit nicht verfestigt. Das Ziel ist der Wiedereinstieg in den 1. Arbeitsmarkt“, bekräftigte Wallner.

Mit dem hohen Arbeitskräftebedarf sind die Chancen auf eine Einstellung wieder gestiegen, aber für Menschen, die eine längere Phase der Arbeitslosigkeit hinter sich haben, braucht es oft eine erneute Anlaufhilfe, damit sie wieder in ein geregeltes Arbeitsleben hineinfinden können. Gründe für Langzeitbeschäftigungslosigkeit sind in erster Linie Alter, mangelnde Qualifikation oder gesundheitliche Beeinträchtigung, erläuterte LH Wallner. 60 Prozent der Betroffenen sind über 45 Jahre alt, 53 Prozent haben maximal einen Pflichtschulabschluss und 58 Prozent sind gesundheitlich eingeschränkt.

Erfreulich für Wallner: Nur vier Prozent der Langzeitarbeitslosen – konkret 62 Personen – sind unter 25 Jahre alt, das ist im europäischen Vergleich ein Spitzenwert. „Es gibt in Vorarlberg de facto keine Langzeitarbeitslosigkeit bei Jugendlichen. Aber jeder einzelne ist einer zuviel. Wir wollen keinen einzigen jungen Menschen verlieren, deshalb halten AMS und Land weiter an der Beschäftigungs- und Ausbildungsgarantie für Jugendliche fest“, so Wallner.

Landesrat Tittler erklärte: „Je länger Arbeitslosigkeit dauert, desto schwieriger wird der Wiedereinstieg.“ Zugleich leide auch die wirtschaftliche Entwicklung, da Potenziale von Arbeitskräften durch längere Arbeitslosigkeit verlorengehen. Tittler verwies auf das breite Angebot an Beschäftigungsprojekten und -maßnahmen in Vorarlberg.

Das sind zum einen sozialökonomische Projekte bei mehreren Non Profit-Organisationen, nämlich aqua mühle, INTEGRA, Caritas, Kaplan Bonetti, pro mente und Dornbirner Jugendwerkstätten. „Durch die Bereitstellung von Transitarbeitsplätzen wird die nachhaltige Integration von Personen in den Arbeitsmarkt gefördert. Diese Programme erhöhen die Chancen des Übergangs von der Arbeitslosigkeit in ein reguläres Dauerbeschäftigungsverhältnis deutlich“, so Tittler. Über diese Projekte werden heuer 514 Menschen unterstützt.

Dazu kommen die aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) mitfinanzierten Projekte „proaktiv Vorarlberg“, „Work 1st“ und „ReUse“, die Langzeitbeschäftigungslosen und Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund Unterstützung beim Ein- bzw. Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt bieten. Damit können im Zeitraum von zwei Jahren 950 Personen auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt mit entsprechenden Qualifizierungs- und Unterstützungsmaßnahmen begleitet werden.

Für AMS-Landesgeschäftsführer Bereuter ist die Bekämpfung von Langzeitbeschäftigungslosigkeit ein wesentlicher Faktor, um die Arbeitslosenquote insgesamt senken zu können. Die Beschäftigungsprogramme in Vorarlberg seien auf die jeweiligen Zielgruppen gut abgestimmt und daher wirksam. „Wichtig ist, dass alle – Land, AMS und Unternehmen – weiter eng zusammenarbeiten, um gemeinsam Perspektiven für die Betroffenen zur Integration in den Arbeitsmarkt zu schaffen“, sagte Bereuter.

Foto: Dietmar Mathis


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