Frauen politisiert euch!

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Für die Vorarlberger Frauenbewegung ist klar, dass es mehr Frauen in der Gemeindepolitik braucht. Nichts spreche wirklich dagegen, dass sich Vorarlbergerinnen in ihrer Gemeindevertretung engagieren. 
 
„Wir von der Vorarlberger Frauenbewegung möchten Frauen motivieren, sich auch in den Gemeindevertretungen einzubringen“, erklärt die frischgebackene Landesrätin Martina Rüscher, die weiterhin auch Leiterin der Frauenbewegung bleibt. „Viele haben jedoch Bedenken, die einerseits zwar verständlich sind, andererseits jedoch nicht so schwer wiegen, wie es auf den ersten Blick scheinen mag“, so Rüscher. In Gesprächen mit Frauen in ganz Vorarlberg bemühen sich die Mitglieder der Frauenbewegung, diese Bedenken zu zerstreuen. „Darum haben wir für uns die zehn häufigsten Gründe gesammelt, die Frauen dazu bewegen, sich nicht in einer Gemeindevertretung zu einzubringen.“ Diese zehn „besten“ bzw. häufigsten Gründe halten dem Faktencheck aber absolut nicht stand: 
 
1) Keine Zeit! Ich bin Mutter, Hausfrau, haben einen Job, pflege meine Schwiegermutter… und habe schon genug zu tun – für die Gemeindevertretung bleibt mir da keine Zeit.
Die Mitarbeit in der Gemeindevertretung bedeutet 4 bis 10 Sitzungen pro Jahr. Zusätzlich kommt die Mitarbeit in Ausschüssen dazu – GemeindevertreterInnen entscheiden aber selbst, in wie vielen und welchen Ausschüssen sie mitarbeiten wollen. Die dafür notwendige Zeit ist mit etwas Planung gut zu schaffen.
 
2) Kann ich nicht! Das kann ich nicht, das habe ich nicht gelernt, das traue ich mir nicht zu.
Wenn man dich fragt, kannst du davon ausgehen, dass man dir die Aufgabe auch zutraut. Niemand ist als fertige Gemeindevertreterin vom Himmel gefallen, alle haben einmal angefangen und man lernt im Tun. Auf Nachfrage bieten viele Bürgermeisterinnen Unterstützung an, auch Weiterbildungskurse für neue Gemeindevertreterinnen stehen bei Bedarf zur Auswahl.
 
3) Will nichts erklären müssen! Ich möchte nicht beim Einkaufen mein Abstimmungsverhalten diskutieren müssen.
Ja, eine Mitarbeit bedeutet in viele Bereichen, nicht nur mitzureden sondern auch mitzuentscheiden. Die Entscheidungen sind in der Regel nach breiter Diskussion entstanden, zu diesen Entscheidungen zu stehen, ist kein Problem. 
 
4) Nicht in diesem Team! Die Gemeindevertretung bringt eh nichts weiter, die streiten/zerreden ja nur.
Nicht nur andere kritisieren, sondern aufstehen, selber mitmachen und besser machen, lautet die Devise! Nur dann kann sich etwas ändern!
 
5) Gleich 100% ist zu viel! Ich weiß zu wenig, was die überhaupt tun. Gleich voll einzusteigen, ist mir zu viel.
Wer sich nicht sofort voll einbringen will, kann sich für einen sanfteren Einstieg auch auf hinteren Listenplätzen aufstellen lassen. Dann ist jedenfalls eine Mitarbeit in einzelnen Ausschüssen möglich. 
 
6) Keine Chance als Frau! Als Frau werde ich mich schwer durchsetzen können.
Wer sagt das? Frauen und Männer haben absolut dieselben Rechte und Pflichten. Aber nur wenn Frauen sich auch wirklich die Zeit nehmen, um sich einzubringen, können sie auch mitentscheiden.
 
7) Und mein Mann? Was sagt da mein Mann/meine Familie dazu? 
Wenn du selbst davon überzeugt bist, wird auch deine Familie hinter deiner Entscheidung stehen. Übrigens, umgekehrt werden auch Frauen nicht immer gefragt.
 
8) Kein Platz für meine Themen! Für meine Themen interessiert sich sowieso niemand.
GemeindevertreterInnen können laufend eigene Themen einbringen. Nur die Mitarbeit in den Gremien stellt sicher, dass Themen wirklich aufgegriffen werden. Und nur durch Mitarbeit kann das Zusammenleben in der eigenen Gemeinde aktiv mitgestaltet werden.
 
9) Mich wählt eh keiner! Warum soll ich mich im Wahlkampf engagieren? Ich werde so oder so nicht genug Stimmen bekommen.
Ja, sich zur Wahl zu stellen, ist für viele eine neue Situation. Am besten ist, es einfach zu versuchen und rechtzeitig auch Netzwerke zu knüpfen, damit bekannt ist, wofür man steht. In vielen Gemeinden werden GemeindevertreterInnen, die zur Mitarbeit bereit sind, schlussendlich auch gewählt. Und sollte es wider Erwarten nicht klappen, ist immer noch eine Mitarbeit in Ausschüssen möglich.
 
10) Keiner hat mich gefragt! Ich könnte mir das schon vorstellen, aber bis heute hat mich noch niemand gefragt.
Wenn wir immer darauf warten, bis man uns fragt, warten wir lange. Wenn du Lust auf eine Mitarbeit hast, ruf am besten deine/n BürgermeisterIn an oder sende ein Email. Du erhältst dann alle Infos, die du brauchst. Man wird sich bestimmt über deine Kontaktaufnahme freuen!
 
„Natürlich sind diese zehn Gründe keine echten Gründe, die Frauen davon abhalten sollten, sich politisch zu engagieren, sondern lassen sich relativ einfach entkräften. Wir hören sie jedoch immer wieder, wirklich gute Gründe gibt es aber eigentlich keine. Denn eines ist klar: Frauen entscheiden nicht besser, aber Entscheidungen werden sicher besser, wenn Männer UND Frauen gemeinsam diskutieren und entscheiden“, ist Martina Rüscher überzeugt und legt mit einem Appell an alle Vorarlbergerinnen nach: „Deine Gemeindevertretung braucht dich!“ 

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