Der Equal Pension Day ist ein Ausrufezeichen in Sachen Pensionsgerechtigkeit
Der Equal Pension Day fällt 2025 auf den 7. August: das ist jener Tag, an dem Männer bereits so viel Pension bezogen haben, wie Frauen erst bis zum Jahresende erhalten werden. „Gleichberechtigung zeigt sich auch in der Geldbörse. Insofern ist die Tatsache, dass Frauen um 40 Prozent weniger Pension bekommen als Männer, so nicht hinnehmbar. In Vorarlberg fällt der Equal Pension Day sogar schon auf den 13. Juli- damit sind wir österreichisches Schlusslicht bei der Gender Pension Gap! Diese massive Ungleichheit wäre nicht notwendig, weil durch ein verpflichtendes Pensionssplitting die Schieflage mit einem Schlag deutlich zurückgehen würde“, zeigt VP-Frauensprecherin Julia Berchtold auf.
Ein Modell für mehr Gerechtigkeit
Das Pensionssplitting bietet Paaren die Möglichkeit, ihre Altersvorsorge gerechter zu gestalten. Dabei kann der besserverdienende Teil bis zu 50 Prozent seiner Pensionsgutschriften – etwa im Zusammenhang mit der Geburt eines gemeinsamen Kindes und der anschließenden Betreuung – für einen bestimmten Zeitraum an den Partner oder die Partnerin übertragen. „Es geht um eine Art familienpolitischen Deal: Eine Person investiert mehr Zeit für die Familie, die andere trägt mehr zum Familieneinkommen bei. Wenn Care-Arbeit partnerschaftlich aufgeteilt wird, profitiert die ganze Familie. Diese Arbeit wird sichtbarer, das Verständnis und die Wertschätzung steigen. Und: Am Gesamtpensionseinkommen bestehender Partnerschaften ändert sich nichts“, erklärt Berchtold die Vorteile dieses Modells.
Daher spricht sie sich klar für die rasche Einführung eines automatischen, verpflichtenden Pensionssplittings aus. „Die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass sie ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Altersarmut ist weiblich – und das automatische Pensionssplitting kann dazu beitragen, die Einkommens- und Pensionsschere zu schließen – auch wenn das nicht über Nacht gelingt.“
Die Frauensprecherin der Vorarlberger Volkspartei ist überzeugt, dass insgesamt partnerschaftliche Lebensmodelle die Zukunft sind und daher von Seiten der Politik noch mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten: „Das beginnt bei der fairen Aufteilung der Karenz, reicht über die Pflege von Angehörigen, betrifft die Arbeitswelt – in der gemischte Führungsteams nachweislich erfolgreicher sind – und mündet in ein Pensionssystem, das Familien- und Care-Arbeit gerecht bewertet.“
