Klimaschutz: Kühe sind kein Klima-Killer

Wissenschaftler der Universität Oxford legen Neubewertung der Methanemissionen von Kühen nahe

Mit Blick auf das aktuelle Klimaschutzvolksbegehren verweist VP-Landwirtschaftssprecher Bernhard Feuerstein auf eine aktuelle Untersuchung der Universität Oxford mit interessanten Erkenntnissen für den Klimaschutz. Dabei wurden Unterschiede zwischen biogenem Methan aus der Viehhaltung und fossilem Methan aus Öl und Gas untersucht. „Die Wissenschaftler betonen, dass chemisch zwischen den beiden Gasen kein Unterschied besteht, aber der Ursprung und die Klimawirkungen sind vollkommen anders“, erläutert Feuerstein.

Für das Klima seien drei Haupttreibhausgase von Bedeutung: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffoxid oder sogenanntes Lachgas (N2O). Kohlendioxid und Lachgas würden als langlebige Klimaschadstoffe bezeichnet, denn Kohlendioxid habe eine Lebensdauer von 1000 Jahren und Lachgas von 120 Jahren. Methan hingegen werde innerhalb von 10 Jahren in der Atmosphäre zu CO2 abgebaut, welches von den Pflanzen aufgenommen wird. Der Kohlenstoff aus dem CO2 wird dann in den Pflanzen zu Kohlenhydraten umgewandelt - wie Zellulose.

Die Zellulosestärke ist dann wieder ein Bestandteil des Futters und wird von Kühen oder anderen Tieren aufgenommen. Auf diese Weise befindet sich Methan in einem fortwährenden Kreislauf, der bei konstanten Viehbeständen ausgeglichen ist. „Wenn wir also gleichbleibende Viehbestände haben, fügen wir der Atmosphäre keinen neuen zusätzlichen Kohlenstoff hinzu. Der Kohlenstoff, der von unseren Tieren in Form von Methan ausgestoßen wird, ist wiederverwerteter Kohlenstoff“, zitiert Feuerstein die Erkenntnisse der britischen Forscher.

Wichtig ist für Feuerstein, dass diese wissenschaftlichen Erkenntnisse keinesfalls den Eindruck erwecken sollen, dass Methan in Sachen Klimaerwärmung keine Rolle spielt. Er bekräftigt, dass Methan während es sich in der Atmosphäre befindet Wärme einfängt und damit ein starkes Treibhausgas ist. „Wichtig ist aber, dass die Frage, ob Viehherden zusätzliches Methan – das heißt zusätzlichen Kohlenstoff – in die Atmosphäre hinzufügen, neu zu bewerten ist“. Hier lautet die Antwort der Wissenschaftler der Universität Oxford: „Nein“. Solange die Herden konstant oder sogar abnehmend sind, fügen sie kein zusätzliches Methan hinzu. „In Vorarlberg ist dies seit vielen Jahrzehnten der Fall“, betont Feuerstein abschließend.

Foto: mauche.at


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