Tiertransporte durch Stärkung des Heimmarktes reduzieren

LR Gantner: Treffen in Wien zum Start eines breiten fachlichen Austausches

Landesrat Christian Gantner begrüßt die offene Diskussion anlässlich des gestrigen (Montag, 6. Juli) Tiertransportgipfels mit rund 40 Fachleuten und Vertretern des Bundes, der Länder, der Kammern und Organisationen im Gesundheitsministerium in Wien. Dieses gemeinsame Gespräch ist der Start eines breiten Austausches zum Thema Tiertransporte und zur Weiterentwicklung der Standards in diesem Bereich.

Was alle eint, war die Tatsache, dass das Tierwohl allen ein großes Anliegen ist. Festzuhalten ist auch, dass dem Tierwohl und auch der Reduktion der Tiertransporte durch eine bessere Vermarktung regionaler landwirtschaftlicher Produkte im Land in sämtlichen Regierungsprogrammen auf Bundes- und Landesebene großes Augenmerk geschenkt wird. Hier gilt es in den zuständigen politischen Gremien auf Grundlage dieses Konsenses nun weitere konkrete Schritte zu setzen.

Österreich ist bereits jetzt Vorzeigeschüler in Sachen Tierwohl innerhalb der EU. Wenn Tierwohlstandards in Österreich erhöht werden, dann muss dies auch in der gesamten EU erfolgen. Nicht dass es dadurch zu Tiertransporten kommt, weil anderswo billiger produziert wird und im selben Zug Billigfleich nach Österreich kommt. „Unseren Tieren ist nicht geholfen, wenn wir hohe Tierwohlstandards haben und sie genau aus diesen Gründen woanders bei niedrigeren Standards gehalten werden. Unser Ziel muss es sein, dass das Wienerschnitzel auch in Zukunft seinen Namen verdient und nicht zum Ammenmärchen wird“, betont Landesrat Gantner.

Gleichzeitig zu den Tierwohlstandards muss es Marktordnungsgesetze geben, die auch den Import von solchen Produkten verbieten (z.B. Käfigeier). Wichtig ist laut Landesrat Gantner weiters – entsprechend den Konsumentenwünschen nach Versorgungssicherheit durch unsere Landwirte, mehr Regionalität, Tierwohl und naturnahe Produktion –, den Heimmarkt zu stärken, eine klare und kontrollierte Produktions- und Herkunftskennzeichnung der Lebensmittel sowie der Vorrang von regionalen Produkten bei der Beschaffung auf Ebene von Bund und Ländern.

Zudem soll auf Bundesebene eine zentrale Stelle eingerichtet werden, welche die Transportvoraussetzungen für Langstreckentransporte einheitlich prüft und verbindliche Grundlagen für die Entscheidungen der Veterinärbehörden in Österreich schafft. Damit soll gewährleistet werden, dass die Veterinärbehörden in den Bundesländern nicht unterschiedlich entscheiden (z.B. Prüfung der Kontrollstellen, Bestimmung der Temperaturverhältnisse).

Im Hinblick auf die „Weideschlachtung“ war Vorarlberg das zweite Bundesland, das diese Schlachtmöglichkeit zugelassen hat. Das Gesundheitsministerium hat im Jahr 2019 mit Erlass festgelegt, dass eine mobile Schlachtung nur als Erweiterung zu einem zugelassenen Schlachtbetrieb erfolgen kann. „Eine weitere Liberalisierung der ‚Weideschlachtung‘ steht derzeit bundesseits noch aus und wird vom Land Vorarlberg weiterhin gefordert“, erklärt Landesrat Gantner.

Foto: mauche.at


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