Wald schützt Mensch und Klima

VP-Gemeindesprecher Steve Mayr und VP-Landwirtschaftssprecher Bernhard Feuerstein stellen Landtagsanfrage an LR Gantner zur Zukunft von Vorarlbergs Wäldern.

Gut ein Drittel der Vorarlberger Landesfläche (37 Prozent bzw. 97.000 Hektar) ist mit Wald bedeckt. „Rund die Hälfte unseres Waldes ist Schutz- und Bannwald. Dieser bewahrt unsere Gemeinden und Verkehrswege vor Muren und Lawinen. Bewirtschaftete Wälder erfüllen die Schutzleistungen besser als unbewirtschaftete Wälder. Deshalb ist eine funktionierende flächendeckende Waldwirtschaft für Vorarlberg besonders wichtig“, erläutert Steve Mayr, Gemeindesprecher der Vorarlberger Volkspartei die Beweggründe für die nun vorliegende Landtagsanfrage an LR Christian Gantner.

Nachhaltige Schutzwaldbewirtschaftung ist der günstigste Schutz vor Naturgefahren

Im Gebirgsland Vorarlberg dominiert die Fichte, derzeit mit über 50 Prozent. Gleichzeitig gilt Vorarlberg mit einem Anteil von 20,4 Prozent am Gesamtvorrat als Land der Tanne. In tieferen Lagen dominieren Mischwälder mit Buchen und verschiedenen Edellaubhölzern. Vereinzelt wurden in den vergangenen Jahrzehnten wegen ihres schnellen Wachstums auch in Vorarlberg Fichten und Kiefern angepflanzt – auch dort, wo sie von Natur aus nicht vorkommen. „Solche naturfernen Wirtschaftsforste sind anfälliger gegen die Folgen der Klimaveränderung – wie Dürren und Schädlingsbefall, aber auch Stürme oder Waldbrände – als standortangepasste Mischwälder. Hier gilt es darauf zu achten, dass vor allem bei der Aufforstung auf einen gesunden Waldbestand geachtet wird“, gibt Landwirtschaftssprecher Bernhard Feuerstein zu bedenken.

Nachhaltige Entwicklung ein Gebot der Stunde
 
Statt auf schnelle Aufforstungen sollte grundsätzlich generell auf eine behutsame und gesunde Entwicklung unserer Wälder gesetzt werden. Aufgrund ihrer hohen genetischen Vielfalt haben Naturwälder eine hohe ökologische Flexibilität und sind besser in der Lage, sich dem Klimawandel anzupassen. „Auch wenn 2020 ein gutes „Waldjahr“ war, haben die Wetterextreme in den Jahren 2017, 2018 und 2019 unseren Wäldern zugesetzt und wir müssen unser Augenmerk weiterhin sehr aktiv auf eine gesunde Waldentwicklung legen“, betonen Mayr und Feuerstein übereinstimmend, Dazu gehört insbesondere, in den tieferen Lagen auf einen möglichst natürlichen Mischwald hauptsächlich mit Buche, Eiche, Weißtanne und Ahorn zu setzen und der Naturverjüngung wieder mehr Chancen zu geben. „Die Jungpflanzen, die selbst heranwachsen, sind robust, widerstandsfähig, gratis und genau richtig für den jeweiligen Standort. Den Aufforstungsplänen der Bezirksverwaltungsbehörden kommt hierbei eine entscheidende Rolle zu“, berichtet der Bürgermeister von Fraxern abschließend.

Fotos: mauche.eu


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