Wie geht es weiter mit der Notschlafstelle für Unter-18-Jährige?

VP-Sozialsprecherin Heidi Schuster-Burda und VP-Jugendsprecher Raphael Wichtl haben eine Landtagsanfrage an Sozial-Landesrätin Katharina Wiesflecker eingebracht.

Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben, dürfte es nach geltender Rechtslage in Vorarlberg eigentlich gar nicht geben. „Alle Eltern haben für Kinder und Jugendliche eine Fürsorgepflicht, der einige Mütter und Väter aus verschiedenen Gründen nicht nachkommen können. Die Folge ist ein Leben auf der Straße, oft verbunden mit Drogenmissbrauch, psychiatrische Auffälligkeiten und damit einhergehender Perspektivenlosigkeit und Armut“, berichtet Heidi-Schuster-Burda, Sozialsprecherin der Vorarlberger Volkspartei von einer gesellschaftlichen Herausforderung, die im vergangenen Jahr zu folgender Entschließung im Vorarlberger Landtag führte. „Die Landesregierung wird ersucht, unter Berücksichtigung des Berichts des Kinder- und Jugendanwalts den Bedarf für eine niederschwellige Notschlafstelle für Unter-18-Jährige aufzuzeigen und die budgetären Mittel vorzusehen, um die Einrichtung einer entsprechenden Stelle zu veranlassen.“

Wie ist der Stand der Umsetzung?

In einer Anfrage an die zuständige Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker wollen nun die beiden VP-Abgeordneten Heidi-Schuster Burda und Raphael Wichtl in Erfahrung bringen, wie weit die Einrichtung einer Notschlafstelle für Unter-18-Jährige vorangeschritten ist: „Es ist unbestritten, dass Minderjährige auf der Straße besonderen Gefahren ausgesetzt sind. Deshalb bedürfen sie auch besonderer Aufmerksamkeit und spezieller Schutzangebote“ stellt sich VP-Jugendsprecher Wichtl hinter die Zielsetzung des Vorarlberger Landtags.

Jugendnotschlafstellen als niederschwellige Anlaufstelle können betroffenen Jugendlichen in einer prekären Situation zumindest vorübergehend, eine gewisse Stabilität bieten. „Darüber hinaus wird es allerdings auch Angebote für den Tag geben müssen, die den Jugendlichen die Chance eröffnen, neue Lebensperspektiven zu entwickeln. Ich hoffe, dass dieser Gedanke von Seiten der Landesregierung und den Trägern der künftigen Notschlafstelle aufgegriffen wird und entsprechende Programme Teil der Konzeption sein werden“, verdeutlicht Schuster-Burda einen weiteren Aspekt der Anfrage. Die Vernetzung mit den bereits bestehenden Institutionen in der Jugendarbeit und den damit verbundenen Aktivitäten ist das Anliegen von Jugendsprecher Raphael Wichtl: „Es braucht ein gutes Netzwerk, um den Jugendlichen in ihrer schwierigen Situation optimal unter die Arme greifen zu können. Mir ist wichtig, dass die Beteiligten das Projekt Jugendschlafstelle nicht isoliert betrachten.“

Foto: Roman Bodnarchuk


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