Zum Auftakt des politischen Jahres erhielt der Landtagsklub der Vorarlberger Volkspartei „königlichen“ Besuch. Im Rahmen der 60-Jahr-Feierlichkeiten des Bildungshauses Batschuns sind Königinnen und Könige des Bonner Künstler Ralf Knoblauch in Vorarlberg auf Besuch, die symbolisch für die Würde jedes Menschen stehen. Laut Knoblauch kommt jedem Menschen königliche Würde zu – auch wenn sie nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist. In wohltuender Weise möchten die Königinnen an die jeweils eigene innere Krone erinnern.
Für Klubobfrau Veronika Marte ist diese Botschaft durchaus eine wesentliche Orientierung für die politische Arbeit. Umso erfreuter zeigt sie sich darüber, dass die Königsfiguren nun Station in den Räumlichkeiten des Landtagsklubs machen: „Aus meiner Sicht ist das eine schöne Erinnerung daran, dass unsere Arbeit den Menschen im Land dient und dass die Würde des Menschen für uns als christlich-soziale Partei zentral ist.“
Sie freut sich zudem, dass Initiatorin Hannerose Koch-Holzer diese Initiative gemeinsam mit dem Bildungshaus Batschuns gesetzt hat und sie nun auch in die Vorarlberger Politik getragen wurde. Dazu Christof Abbrederis, Geschäftsführer des Bildungshauses Batschuns: „Unser Bildungsbegriff stellt die Würde des Menschen ins Zentrum. Dass dieser Zugang von der Politik ernst genommen wird, ist ein wichtiges und äußerst erfreuliches Signal.“
Laut Klubobfrau Marte sollen die „Königinnen“ in den kommenden Wochen von Landtagsklub zu Landtagsklub wandern – ganz im Sinne des Künstlers, der seine Figuren als Botschafterinnen versteht.
Zum Künstler und zu den Figuren
Alles begann vor 13 Jahren mit einem Stück Treibholz, in dem Diakon Ralf Knoblauch einen König erkannte. Seither schnitzt er ausschließlich Königinnen und Könige aus alter Eiche. Mittlerweile sind über 1.000 Figuren entstanden, die heute in der ganzen Welt unterwegs sind und symbolisch für die Würde jedes Menschen stehen. „Menschenwürde“ wird dabei als universell gültiges Prinzip und als Kernpunkt des christlichen Menschenbildes verstanden.
Die Arbeit an den Skulpturen findet täglich in den frühen Morgenstunden zwischen 5 und 6 Uhr statt. Seine Kellerwerkstatt ist für Knoblauch zugleich Klausur-, Gebets- und Meditationsraum. Er versteht seine Arbeit nicht als klassisches Schnitzen, sondern als Bildhauen mit Hammer und Stechbeitel. Jede Figur wird am Ende mit Leinöl „gesalbt“ – ein Ritual, das ihre Besonderheit unterstreicht.
Knoblauch verbindet seine künstlerische Tätigkeit eng mit seiner pastoralen Arbeit. Als Diakon wirkt er in sozial benachteiligten Stadtteilen Bonns, wo er Projekte wie einen Mittagstisch, eine Lebensmittelausgabe oder einen Beratungsbus ins Leben gerufen hat. Erfahrungen aus diesen Begegnungen fließen in seine morgendliche Arbeit mit ein.