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Das beschäftigungspolitische Maßnahmenprogramm 2026 von Land und AMS Vorarlberg

Veröffentlichunsdatum
15 Jänner, 2026
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Investitionen in Höhe von 50,6 Millionen Euro

Land und AMS investieren heuer insgesamt 50,6 Millionen Euro in beschäftigungspolitische Initiativen und Förderangebote. „Die Arbeitsmarktchancen steigen mit der Qualifikation, deshalb richten wir unser Augenmerk vor allem auf jene Personengruppen mit den größten Schwierigkeiten bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Das sind gesundheitlich belastete, ältere, geringqualifizierte, langzeitbeschäftigungslose Personen und bleibeberechtigte Flüchtlinge“, bekräftigen Landeshauptmann Markus Wallner und Wirtschaftslandesrat Marco Tittler sowie AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter im Mediengespräch beim Ausbildungszentrum Vorarlberg in Hohenems: „Land und AMS Vorarlberg stellen sich gemeinsam den Herausforderungen.“ Mehr als 4.450 Personen können die von Land und AMS gemeinsam finanzierten arbeitsmarktpolitischen Projekte in Anspruch nehmen. „Ebenso halten wir weiter konsequent an der Beschäftigungs- und Ausbildungsgarantie für Jugendliche fest“, betont Landeshauptmann Wallner.

Der Vorarlberger Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2025 weiterhin sehr verhalten entwickelt. Nach 3 ½ Jahren Rezession lassen sich Anzeichen einer Erholung der österreichischen Industrie erkennen. Erstmals seit Sommer 2022 erhöht sich die Zahl der Neuaufträge der österreichischen Industrie geringfügig. Dennoch bleibt die Situation angespannt. Österreich steht 2026 vor einer vorsichtigen Erholung, getragen durch Bau-, Infrastruktur- und öffentliche Investitionen. Dennoch bleibt der Aufschwung insgesamt moderat: Wegen struktureller Herausforderungen, schwacher Industrie und außenwirtschaftlicher Risiken wird das Wachstum für 2026 voraussichtlich nur unterdurchschnittlich ausfallen. Die Erholung dürfte eher schrittweise und fragil bleiben.

2025 waren im Jahresdurchschnitt 10.910 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 641 Personen bzw. 6,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten ist mit insgesamt 172.482 Beschäftigten recht stabil geblieben (-0,1 Prozent). Deutliche Auswirkungen zeigt die eingetrübte wirtschaftliche Gesamtlage in den Bundesländern mit einem hohen Anteil an Beschäftigten in der Industrie und im Handel. Der Anteil der Beschäftigten in der Industrie (Herstellung von Waren) liegt in Vorarlberg bei knapp 26 Prozent. In diesem Wirtschaftsbereich stieg die Zahl der arbeitslosen Personen im Jahresschnitt um 7,9 Prozent, im Handel um 6,7 Prozent.

Bei der Jugendarbeitslosigkeit gab es nur in Vorarlberg einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. 2025 waren 1.420 junge Menschen (unter 25-Jährige) arbeitslos gemeldet, um 8 Personen weniger als im Jahr davor. In den Altersgruppen der 25 bis 50-jährigen (+6,8 Prozent) sowie der über 50-jährigen (+8,5 Prozent) ist die Zahl der Arbeitslosen angestiegen.

Die Konjunkturschwäche führte auch zu einem Anstieg bei den Langzeitbeschäftigungslosen. Deren Zahl stieg 2025 im Vergleich zum Jahr davor um 21,8 Prozent auf 2.028 Personen.

Aus der Gruppe von Konventionsflüchtlingen, subsidiär Schutzberechtigten und Vertriebenen waren im Jahresdurchschnitt 974 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet. Das ist eine Zunahme um 76 Personen bzw. +8,5 Prozent.

Beinahe die Hälfte (47,7 Prozent) aller vorgemerkten Arbeitslosen (5.200 Personen) haben als höchste Ausbildung maximal einen Pflichtschulabschluss.

Übers Jahr waren durchschnittlich 3.808 offene Stellen gemeldet, das ist gegenüber 2024 ein Rückgang um 954 Stellen (-20 Prozent). 79,3 Prozent aller offener Stellen hatten als Mindestanforderung bezüglich des Qualifikationsniveaus einen Lehrabschluss oder höhere Ausbildungen gefordert.

Das beschäftigungspolitische Maßnahmenprogramm 2026 von Land und AMS Vorarlberg

Land und AMS setzen in ihrem für 2026 vereinbarten Maßnahmenprogramm auf folgende Schwerpunkte: Es gilt die Verfestigung von Langzeitbeschäftigungslosigkeit zu verhindern, die Höherqualifizierung von Menschen mit niedrigem Ausbildungsniveau zu forcieren sowie Jugendlichen eine gute berufliche Ausbildung und Beschäftigungsperspektiven zu bieten. Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente, die zu einer Fachkräfteausbildung (Lehrabschluss oder höherer formaler Ausbildungsabschluss) führen oder eine betriebsnahe Qualifizierung (Stiftungsmodelle) ermöglichen, werden weiter ausgebaut. LH Wallner, LR Tittler und AMS-Landesgeschäftsführer Bereuter sind sich einig: „Generell lautet die entscheidende Frage in allen Berufsfeldern und Branchen: Wie bekommen wir die besten Arbeitskräfte für die heimische Wirtschaft? Die Antwort: Qualifizieren, qualifizieren und nochmals qualifizieren.“

Von den insgesamt 50,6 Millionen Euro, die das Land und AMS heuer zur Verfügung stellen, sind 27,2 Millionen Euro für gemeinsam finanzierte arbeitsmarktpolitische Projekte bestimmt (19,5 Millionen AMS und 7,7 Millionen Land), von denen 4.459 Personen profitieren können. Die Schwerpunkte:

Förderung junger Menschen unter 25 Jahre

Investitionen 7,9 Mio. Euro (5,9 Mio. AMS, 2,0 Mio. Land) für 679 Betroffene

Ausbildung für Geringqualifizierte

Investitionen 3,5 Mio. Euro (2,1 Mio. AMS, 1,4 Mio. Land) für 1.459 Betroffene

Angebote für am Arbeitsmarkt besonders benachteiligte Personengruppen zur Verhinderung und zum Abbau von Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Investitionen 15,8 Mio. Euro (11,5 Mio. AMS, 4,3 Mio. Land) für 2.321 Betroffene

Vom Land Vorarlberg kommen zusätzliche 3,7 Millionen Euro für verschiedene arbeitsmarktpolitische Maßnahmen hinzu, von denen weitere 751 Personen profitieren können. Weitere 19,7 Millionen werden vom AMS für eigene Aktivitäten wie die Förderung der Beschäftigung, Qualifizierungsprojekte sowie gezielte Unterstützungsangebote eingesetzt. Somit werden in Vorarlberg insgesamt 50,6 Millionen Euro in das beschäftigungspolitische Maßnahmenprogramm 2026 einfließen.

Keinen jungen Menschen zurücklassen

Land und AMS bekennen sich weiter zu ihrer Beschäftigungs- und Ausbildungsgarantie für Jugendliche. „Eine zukunftsorientierte Ausbildung und berufliche Perspektiven sind die Basis dafür, dass junge Menschen ihr Potenzial voll entfalten können. Wir wollen auf keine Jugendliche und keinen Jugendlichen verzichten, niemanden zurücklassen“, betonen Landeshauptmann Wallner und Landesrat Tittler. Weiterhin gilt: Jeder junge Mensch im Alter von 15 bis unter 25 Jahren, der länger als drei Monate ohne Arbeit ist, erhält innerhalb der nächsten drei Monate ein Beschäftigungs- oder Ausbildungsangebot.

Es gibt eine Reihe von Initiativen zur individuellen Unterstützung von Jugendlichen, die aufgrund ihrer schulischen Leistungen oder anderer Defizite geringere Chancen auf eine Lehr- oder Ausbildungsstelle haben. Land und AMS werden im Jahr 2026 gemeinsam rund 7,9 Millionen Euro in die Jugendbeschäftigung investieren. Hinzu kommen 3 Millionen Euro, die ausschließlich vom Land für die Jugendbeschäftigung bereitgestellt werden.

Niederschwellige Beschäftigungs- und Ausbildungsinitiativen für Jugendliche

Im Rahmen niederschwelliger Beschäftigungsprojekte werden Jugendliche durch stundenweise Beschäftigung an einen geregelten Tagesablauf herangeführt. Dafür werden im Jahr 2026 insgesamt 57 Plätze für rund 350 Jugendliche bereitgestellt. Die Vermittlung von Grundkenntnissen und Sozialkompetenz sowie Sprachkompetenztrainings sollen ihnen helfen, Potenziale für den Arbeitsmarkt zu entwickeln. Über die Projekte „Albatros“, „Leuchtturm“ und „PSA Integra“ haben rund 160 junge Menschen die Möglichkeit, einen Pflichtschulabschluss nachzuholen und die Basis für den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu schaffen. Diese niederschwelligen Beschäftigungs- und Ausbildungsinitiativen werden mit rund 2,5 Millionen Euro vom Land Vorarlberg gefördert.

CLOCKS – jeder Mensch tickt anders

Für junge Menschen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren mit psychischen (oft auch multiplen) Problemstellungen startete am 1. April 2025 das ESF-Projekt „CLOCKS – jeder Mensch tickt anders“. Im Zeitraum von 1. April 2025 bis 31. Dezember 2028 sind im Oberland und Unterland insgesamt 28 Durchgänge zu je 25 Teilnahmen geplant. Die Kursdauer beträgt inklusive Einstiegsphase 28 Wochen, hinzu kommt eine optionale Nachbetreuung in Form von Einzelcoaching. Die Projektinhalte umfassen Clearing, Orientierung, Coaching, Kompetenztraining und Stabilisierung (CLOCKS) mit dem Ziel, die jungen Menschen auf ihrem Weg in Richtung Arbeitsleben bzw. Ausbildung und Qualifizierung zu stabilisieren und zu begleiten. 2026 wird das Projekt mit 200 Teilnehmenden durchgeführt und mit insgesamt 1,2 Millionen Euro gefördert. Davon kommen 40 Prozent aus Mitteln des Programms „ESF+ Beschäftigung Österreich 2021-2027“ und je 30 Prozent aus Mitteln des Landes Vorarlberg und des AMS Vorarlberg.

Ausbildungszentrum Vorarlberg

Für Jugendliche, die trotz intensiver Vermittlungsbemühungen keine Lehrstelle finden können oder während der Lehrzeit den Ausbildungsplatz verlieren, bieten die überbetrieblichen Ausbildungszentren eine Lehrausbildung in den Bereichen Metall, Holz, Malerei, Betriebslogistik, Elektrotechnik, Gastro, Büro, Handel und Fahrradmechatronik. „Zudem wurde das Angebotsportfolio um den Lehrberuf Installations- und Gebäudetechnik erweitert“, informiert Ausbilder und Standortleiter Dominik Ender: „Kern des Ausbildungskonzepts ist die Vermittlung einer ‚Praktikerlehre‘, die die handwerklichen Fähigkeiten der jungen Menschen besonders berücksichtigt. Zudem werden wichtige persönliche und soziale Kompetenzen gefördert“. 2026 stehen insgesamt 138 Plätze in 14 unterschiedlichen Lehrberufen zur Verfügung. Seit Bestehen des AZV (2005) haben 457 Jugendliche eine Lehre erfolgreich abgeschlossen. 258 Jugendliche konnten während der Ausbildung an Unternehmen weitervermittelt werden, wo sie ihre Lehre fortsetzen und abschließen konnten. Für 2026 sehen Land und AMS einen Förderbetrag von rund 5 Millionen Euro vor.

LehreUp

15- bis 25-Jährige Lehrlinge mit problembehaftetem Hintergrund (Bildungsstand, familiäre Situation) sowie Migrations- und Fluchtgeschichte werden im Rahmen von LehreUp, einem Projekt der Offenen Jugendarbeit Dornbirn (OJAD), in ihrer Ausbildung an der Berufsschule begleitet. Sie erhalten Unterstützung in Deutsch, Mathematik und Englisch. Damit wird auch der Fachkräftesituation Rechnung getragen. Mit LehreUp können Unternehmen Jugendliche aufnehmen, die sonst aufgrund schulischer Defizite keine Chance auf eine Lehrstelle hätten. Derzeit arbeitet LehreUp mit neun heimischen Unternehmen zusammen. Die Finanzierung erfolgt insbesondere durch Unternehmensbeiträge und eine Landesförderung. 2026 steuert das Land bis zu 150.000 Euro bei. So können rund 80 junge Menschen vom Angebot LehreUp profitieren.

Auch 2026 hohe Lehrstellenförderungen

Mit der betrieblichen Lehrstellenförderung wird die Einstellung von Personen gefördert, die es schwerer haben, eine passende Lehrstelle zu finden. Die Förderung können Unternehmen und Ausbildungseinrichtungen erhalten, wenn sie beispielsweise Mädchen und Frauen in einem Beruf mit geringem Frauenanteil ausbilden, über 18-Jährigen eine Lehrstelle anbieten oder Jugendliche einstellen, die trotz intensiver Bemühungen keine Lehrstelle gefunden haben.

Im Jahr 2025 wurden rund 2,6 Millionen Euro an Lehrstellenförderungen ausbezahlt. Aufgrund der aktuellen Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt wird 2026 mit einer Fördersumme in Höhe von 2,8 Millionen Euro geplant. „Damit können wir weiterhin die berufliche Ausbildung junger Menschen sicherstellen und jene Unternehmen unterstützen, die den Jugendlichen Chancen bieten“, so AMS-Landesgeschäftsführer Bereuter. Die Zahl lehrstellensuchender Jugendlicher ist im Jahresschnitt 2025 auf 279 gesunken (-12 bzw. -4,1 Prozent im Vergleich zu 2024).

Beratungs- und Betreuungsangebote an der Schnittstelle Schule/Beruf

Die Berufswahl ist eine wichtige Weichenstellung für den weiteren Lebensweg und daher eine große Herausforderung für junge Menschen. Aus diesem Grund fördern Land und AMS zusätzlich zum beschäftigungspolitischen Maßnahmenprogramm hochwertige Beratungs- und Betreuungsangebote an der Schnittstelle Schule–Beruf, die Schülerinnen und Schüler gezielt auf ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg vorbereiten und sie in ihren Entscheidungen unterstützen.

In den vergangenen Jahren wurde ein breites und attraktives Angebot geschaffen, wie z.B. die Ausbildungsmesse „i“, der Vorarlberger Zukunftstag „Ich geh mit“, „Die Chancentage“ in Betrieben, die MINT-Initiative oder die Bildungs- und Berufsorientierung (BBO) an den Schulen. Nach dem erfolgreichen dritten Jahr der Durchführung soll auch 2026 wieder ein landesweiter „Girls’Day“ stattfinden, bei dem Mädchen Berufe kennenlernen können, in denen Frauen bislang noch unterrepräsentiert sind. Über den i-Kritzel, einem digital-gedruckt hybriden Leitfaden für die eigenen Berufsorientierungs-Reise wird SchülerInnen ein hochwertiges Material in die Hände gegeben, um sich selber besser kennen zu lernen, einen Überblick über die Berufsorientierungsangebote, Lehrstellen und Schulen zu erlangen und die Entscheidung zu erleichtern. Darüber hinaus soll das BO-Angebot für die Sekundarstufe II ausgebaut werden, damit auch nach der Lehrausbildung bzw. vor der Matura entsprechende Informationen für den weiteren Bildungsweg niederschwellig und ansprechend zur Verfügung stehen.

Gleichzeitig wird das AMS die Berufs- und Bildungsberatung für Jugendliche und Erwachsene in seinen Berufsinformationszentren (BIZ) weiter ausbauen. Ziel ist es, das breite Spektrum an Berufen zu vermitteln, da die meisten Jugendlichen sich nur für rund fünf der insgesamt über 200 Lehrberufe entscheiden. Neben persönlicher Beratung werden die Jugendlichen mit neuen virtuellen oder Online-Angeboten in ihrer Berufs- und Ausbildungswahl unterstützt. Damit soll ein möglichst nahtloser Übergang von der Schule in die (Berufs-)Ausbildung ermöglicht werden. „Mit dem Beratungsangebot in den AMS-Berufsinformationszentren ‚GoGreenJobs‘ informieren wir gezielt über Ausbildungs- und Karrierechancen in umweltrelevanten Berufen und über die Vielzahl an Jobangeboten mit ausgezeichneten Zukunftsperspektiven“, erläutert AMS-Landesgeschäftsführer Bereuter die Ausweitung der AMS-Beratungsleistungen.

Talente-Check: wichtige Entscheidungshilfe zur Bildungs- und Berufswahl

Der Talente-Check ist eine gute Entscheidungshilfe zur Bildungs- und Berufswahl für SchülerInnen der 7. und 8. Schulstufe sowie in abgewandelter Form an den Polytechnischen Schulen. Ziel ist es, dass die Jugendlichen nach Abschluss der Pflichtschule über ihre Stärken und Interessen Bescheid wissen und über einen fundierten Bildungs- bzw. Berufswunsch verfügen bzw. bei Bedarf die entsprechenden Unterstützungsangebote zielgerichtet nutzen können. Der Talente-Check ist von der Anmeldung über die Buchungen bis hin zu den Unterlagen digital umgesetzt und bietet so ideale Rahmenbedingungen für wertvolle Standortgespräche mit SchülerInnen und Eltern. Die Durchführung des Talente-Check wird 2026 durch das Land Vorarlberg wieder mit einem Beitrag von rund 730.000 Euro gefördert.

Berufe erleben Vorarlberg

Um einen zeitgemäßen Einstieg in die Berufsorientierung zu ermöglichen und in dieser wichtigen Zeit gut informiert Entscheidungen zu treffen, wurde das Projekt Berufe erleben Vorarlberg als eines der Leuchtturmprojekte der Marke Vorarlberg, entwickelt. Kern des Projekts ist es, Angebote, bei denen Berufe im ganzen Land erlebbar sind, zu bündeln und mit Initiativen wie den Chancentagen oder „ich geh mit“ für die 10- bis 14-jährigen, eigene Angebote zu schaffen, um gut informiert in die Berufswahl zu starten. Auf der Website www.berufeerleben.at, welche sich speziell, aber nicht nur an Schulklassen richtet, können Informationen über alle Berufe, Angebote und Unterrichtsmaterialien zur Berufsorientierung eingesehen werden. Berufe erleben wird durch das Land Vorarlberg und die Wirtschaftskammer Vorarlberg unterstützt.

Knowhow für Bildung und Beruf

Im Projekt Knowhow für Bildung und Beruf geht es darum, speziell an Schulen mit hohem Anteil an SchülerInnen mit migrantischem Hintergrund in einem Setting mit Workshop-Charakter eine gute Berufsorientierung vorzubereiten. Dabei wird auch auf die jeweiligen Hintergründe und evtl. Schwierigkeiten bei der Berufswahl der Jugendlichen eingegangen und ihnen praktische Tipps mitgegeben. Vor allem die Chancen des offenen österreichischen Bildungssystems und speziell auch die Chancen, die das duale Ausbildungsangebot bietet, stehen dabei im besonderen Fokus.


Verhinderung und Abbau von Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Im Auftrag des AMS führen Non Profit-Organisationen Beschäftigungsprojekte durch und fördern durch die Bereitstellung von Transitarbeitsplätzen die nachhaltige Integration schwer vermittelbarer Personen in den Arbeitsmarkt. Die zeitlich befristeten Beschäftigungsverhältnisse erhöhen die Chancen des Übergangs in ein reguläres Dauerbeschäftigungsverhältnis. Die Trägerorganisationen Aqua Mühle Frastanz Soziale Dienste gGmbH, INTEGRA Vorarlberg gGmbH, carla Caritas, Kaplan Bonetti gGmbH, Pro Mente Vorarlberg gGmbH und Dornbirner Jugendwerkstätten setzen die gemeinsam konzipierten Beschäftigungsprojekte um. Im Jahr 2026 können insgesamt 462 Personen so ein befristetes Arbeitsverhältnis eingehen. Das AMS Vorarlberg unterstützt die sozialökonomischen Projekte in Summe mit rund 9,9 Millionen Euro, das Land steuert als Kofinanzierung rund 3,2 Millionen Euro bei.

Dazu kommen die mit 1. April 2023 gestarteten und auf vier Jahre ausgerichteten ESF-Projekte „proaktiv Vorarlberg“ und „ReUse“, die Langzeitbeschäftigungslose bzw. von Langzeitbeschäftigungslosigkeit bedrohte Personen mit erheblichen (multiplen) Vermittlungseinschränkungen Unterstützung beim Ein- bzw. Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt bieten. Im Jahr 2026 werden diese Projekte mit insgesamt rund 1,3 Millionen Euro gefördert. Davon kommen 40 Prozent aus Mitteln des ESF+ Programms Beschäftigung Österreich 2021-2027 und je 30 Prozent aus Mitteln des Landes und des AMS.

Mit 1. April 2026 soll ein Projekt des Europäischen Sozialfonds (ESF) starten, dass sich an Frauen mit Migrationshintergrund sowie geflüchtete Frauen ab 18 Jahren mit Sprachniveau mindestens A1 richten wird. Das Angebot ist eine Kombination aus Spracherwerb, Orientierung („leben lernen“) und Praktikum mit dem Ziel, die teilnehmenden Frauen an das (Arbeits-)Leben in Vorarlberg heranzuführen, entsprechend (höher) zu qualifizieren und dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren.


Erhöhung der Beschäftigungschancen durch Lohnkostenförderungen für Unternehmen

Eine zentrale Aufgabe des AMS Vorarlberg ist es, am Arbeitsmarkt benachteiligten Menschen eine Chance zu geben. Oft hilft auch eine finanzielle Unterstützung, um den ersten Schritt zu setzen, und eine Annäherung zwischen Unternehmen und Arbeitsuchenden zu ermöglichen. Mit der Eingliederungsbeihilfe gibt es für beide Seiten die Möglichkeit, sich über einen bestimmten Zeitraum kennenzulernen, ohne dass die gesamten Personalkosten dafür anfallen. Von der Eingliederungsbeihilfe profitieren neben den Unternehmen vorrangig Wiedereinsteigerinnen, Personen über 50 Jahre sowie Menschen, die über ein Jahr arbeitslos sind. Rund 5,6 Millionen Euro hat das AMS Vorarlberg dafür reserviert, davon entfallen rund 3,1 Millionen auf die Gruppe der über 50-Jährigen. Das AMS verfolgt das Ziel, die Dauer der Arbeitslosigkeit bei Personen über 55 Jahren so kurz wie möglich zu halten. Mit der Beschäftigungsoffensive „Aktion 55+“ unterstützt das AMS Unternehmen, die Personen dieser Altersgruppe einstellen, durch eine Lohnkostenförderung. Für diese Förderung stellt das AMS zusätzlich rund 550.000 Euro bereit.

Die Zahl Langzeitbeschäftigungsloser lag 2025 im Schnitt bei 2.028 Personen. „Mit Lohnkostenförderungen für Unternehmen oder einer vorübergehenden Beschäftigung in einem sozialökonomischen Betrieb wollen wir die Langzeitbeschäftigungslosigkeit verhindern und weiter abbauen“, informiert Bereuter. Zur Förderung der Integration der Langzeitbeschäftigungslosen in den Arbeitsmarkt werden 1,3 Millionen Euro für Eingliederungsbeihilfen zur Verfügung gestellt.


Arbeitsplatznahe Qualifizierungen

Das AMS Vorarlberg bietet mehrere duale Ausbildungsmodelle, die auf die konkreten Anforderungen der Unternehmen hin entwickelt wurden und so den Arbeitsuchenden eine praxisnahe Qualifizierung ermöglichen. „Wir bauen jene arbeitsmarktpolitischen Instrumente aus, die zu einer Fachkräfteausbildung führen oder eine betriebsnahe Qualifizierung ermöglichen“, teilt der AMS-Landesgeschäftsführer mit und betont die Bedeutung von Bildung für die Arbeitswelt und Wirtschaft. Dazu zählen unter anderem das Projekt „Chance“, die connexia Implacementstiftung Betreuung und Pflege, die „Zukunftsstiftung Vorarlberg“, die Umweltstiftung, das Programm FIT (Frauen in Handwerk und Technik), der „Campus Metalltechnik“ und die Förderung Bauhandwerkerschule.

Mit diesen Ausbildungsangeboten wird ein wichtiger Beitrag zur Besetzung der offenen Fachkräftestellen geleistet. Insbesondere werden Land und AMS Qualifizierungsschwerpunkte in Zukunftsfeldern wie Metall, Elektro, IT, Umwelt, Pflege sowie Gesundheit und Soziales setzen. Auf diese Weise wird gemeinsam ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung des qualifikatorischen Strukturwandels sowie zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch Ausbildung und Qualifizierung geleistet. Für alle Qualifizierungsaktivitäten inklusive der Beiträge zur Deckung des Lebensunterhaltes während der Ausbildung stellt das AMS 2026 knapp 21,1 Millionen Euro bereit.


Geflüchtete Menschen als Ressource für den Arbeitsmarkt

Zur besseren Integration und Erhöhung der Beschäftigungsquote von bleibeberechtigten Flüchtlingen mit geringen Deutschkenntnissen wurde am 1. April 2023 das ESF-Projekt „Work 1st“ gestartet. Aufgrund des positiven Arbeitsmarkterfolges wurde das Projekt durch den Beschäftigungspakt bis zum 31. März 2027 verlängert. Das ESF-Projekt „ReStart: leben und arbeiten in Vorarlberg“ startete am 1. Februar 2024 und war zunächst bis zum 31. Dezember 2025 vorgesehen. Auch dieses Projekt wurde aufgrund positiver Arbeitsmarkterfolge bis zum 31. Dezember 2027 verlängert.

Bei „Work 1st“ erhalten Menschen mit geringen Deutschkenntnissen Qualifizierungs- und Spracherwerb in einem. Ziele des Projekts sind die praxisorientierte Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt, die Verbesserung der Deutschkenntnisse on-the-job und die Vermittlung an einen Arbeitsplatz. Je nach Betreuungsbedarf erfolgt der Eintritt in die Beschäftigung durch eine direkte Vermittlung in den regulären Arbeitsmarkt oder durch ein Dienstverhältnis im Rahmen eines Sozialökonomischen Betriebs bis max. 12 Monate. Arbeitsmarkthürden werden abgebaut und Arbeitssuchende werden sowohl fachlich als auch sprachlich qualifiziert. 2026 werden für „Work 1st“ insgesamt 725.000 Euro investiert und damit rund 36 neue Transitarbeitsplätze geschaffen.

„ReStart: leben und arbeiten in Vorarlberg“ öffnet bildungsfernen Flüchtlingen ohne Arbeitsmarktintegration und mit Sprachkenntnissen ab Level A1 die Tür zu einem breiten Kurs- und Beratungsangebot. Damit werden Flüchtlinge beim Kennenlernen der Region unterstützt, um ihre Integration zu fördern. Sie können Basiskenntnisse für Alltagsleben und Beruf erwerben und ihre Sprachkenntnisse sowie mathematischen bzw. IT-Grundkenntnisse verbessern. Um den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern, werden die Teilnehmenden bei Bewerbungsaktivitäten unterstützt und Arbeitstrainings in Unternehmen der Region ermöglicht. Ziel ist, die Integration von bleibeberechtigten Flüchtlingen und Vertriebenen zu forcieren und sie an das (Arbeits-)Leben in Vorarlberg heranzuführen. 2026 wird das Projekt mit 84 Teilnehmenden durchgeführt und mit insgesamt 400.000 Euro gefördert.

Im Jahr 2026 wird auch das Projekt „Kompetenzzentrum Spracherwerb“ für insgesamt 950 beim AMS vorgemerkte Personen angeboten. Ziel ist es, die Teilnehmenden in der deutschen Sprache für die Sprachlevel A1, A2 und B1 zu qualifizieren und auf eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration oder Weiterbildung vorzubereiten. Insgesamt stellen AMS und Land für dieses Projekt rund 1,7 Million Euro bereit.


Arbeitsmarkt 2026 – Erste Lichtblicke auf eine Erholung

Die führenden Prognoseinstitute erwarten für 2026 moderate Wachstumsimpulse. Trotz einer leichten Aufhellung der konjunkturellen Stimmung bleibt das Beschäftigungswachstum insgesamt verhalten. Besonders in der Bauwirtschaft und der Sachgütererzeugung (Industrie) wird die Nachfrage nach Arbeitskräften lediglich leicht zu nehmen.

Bis einschließlich des zweiten Quartals 2026 wird mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet. Für die zweite Jahreshälfte zeichnet sich eine Stabilisierung der Beschäftigungsentwicklung ab. Im Jahresvergleich bedeutet dies ein Plus von rund 0,4 Prozent beziehungsweise etwa 500 Beschäftigten. Der Bestand an Arbeitslosen dürfte im Jahresdurchschnitt gegenüber 2025 insgesamt unverändert bleiben.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Arbeitslosenquote bei rund 5,8 Prozent einpendeln wird. Damit bleibt Vorarlberg weiterhin deutlich unter dem Bundesschnitt“, erklärt Bernhard Bereuter, Landesgeschäftsführer. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften ohne Ausbildungsabschluss wird künftig weiter sinken, während die Beschäftigung in mittleren und höheren Qualifikationssegmenten zunimmt“, ist sich der AMS-Landesgeschäftsführer sicher. „Wir setzen neben unserem Vermittlungsschwerpunkt verstärkt auf Ausbildung und Qualifizierung, um die Arbeitslosigkeit bei Personen ohne Ausbildungsabschluss zu senken. Durch den Ausbau unserer Angebote für Fachkräfteausbildungen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Besetzung der offenen Stellen“, so Bereuter.

Vorarlberg geht vor.