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Internationaler Tag der Frauengesundheit: Geschlechter-spezifische Medizin stärker in den Mittelpunkt rücken

Veröffentlichunsdatum
28 Mai, 2026
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Anlässlich des Internationalen Tags der Frauengesundheit am 28. Mai fordert VP-Frauensprecherin Julia Berchtold, geschlechterspezifische Medizin und Prävention stärker in den Fokus der Gesundheitspolitik zu rücken. „Frauen und Männer unterscheiden sich nicht nur biologisch, sondern auch in ihren gesundheitlichen Belastungen, Symptomen und Lebensrealitäten. Medizinische Versorgung muss diese Unterschiede viel stärker berücksichtigen, damit Krankheiten früher erkannt und gezielter behandelt werden können“, betont Berchtold.

Aktuelle Daten aus Österreich zeigen klar: Bei der Frauengesundheit besteht weiterhin Handlungsbedarf. Beispielsweise zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen bei Frauen. Gleichzeitig werden Warnsignale bei Frauen oft später erkannt oder falsch eingeordnet. Ein Grund dafür ist, dass medizinische Forschung und Diagnostik stark am männlichen Körper orientiert ist. „Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen brauchen wir mehr Bewusstsein und gezielte Vorsorge. Viele Frauen unterschätzen ihr eigenes Risiko, obwohl es sehr hoch sein kann. Aufklärung, Früherkennung und eine Versorgung, die Frauen stärker in den Blick nimmt, können hier entscheidend sein“, betont Berchtold.

Der österreichische Frauengesundheitsbericht 2022 macht zudem deutlich, dass Frauen zwar durchschnittlich länger leben, jedoch häufiger von chronischen Beschwerden, Schmerzen und psychischen Belastungen betroffen sind. Besonders alarmierend ist die steigende psychische Belastung bei jungen Frauen und Mädchen. Viele leiden unter starkem Druck durch Schönheitsideale, sozialem Vergleich und Überforderung im Alltag. Bereits im Jugendalter zeigen sich häufig Probleme wie Essstörungen, depressive Verstimmungen oder Angststörungen.

Auch Endometriose, Osteoporose oder hormonelle Erkrankungen würden noch immer häufig spät diagnostiziert oder unterschätzt. Gleichzeitig fehle es in vielen Bereichen weiterhin an ausreichender Forschung zu frauenspezifischen Symptomen und Krankheitsverläufen. „Medizin orientierte sich jahrzehntelang überwiegend am männlichen Körper. Dieses Ungleichgewicht müssen wir Schritt für Schritt korrigieren“, erklärt Berchtold.

Berchtold fordert daher konkrete Maßnahmen:

mehr Forschung zu frauenspezifischen Erkrankungen und Symptomen,
eine stärkere Verankerung geschlechterspezifischer Medizin in der Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten,
gezielte Vorsorge- und Informationskampagnen für Frauen aller Altersgruppen durch die Sozialversicherungen,
einen zuverlässigen Zugang zu psychologischer und psychosozialer Unterstützung für Mädchen und junge Frauen.

Besonders wichtig sei zudem die Gesundheitsbildung bereits in Schulen. „Junge Menschen müssen lernen, offen über psychische Gesundheit, Körperbilder und Vorsorge zu sprechen. Prävention beginnt lange bevor Krankheiten entstehen“, so Berchtold.

„Frauengesundheit betrifft alle Lebensphasen – vom jungen Mädchen bis ins hohe Alter. Unser Ziel muss eine Gesundheitsversorgung sein, die Frauen ernst nimmt, Unterschiede berücksichtigt und die Lebensqualität nachhaltig verbessert“, so Berchtold abschließend.

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